Messstation Allmannsdorf

Das Jahr 2018 war zu trocken, deutlich zu warm und mit viel Sonne; die Auswirkungen auf die Natur und die Landwirtschaft waren deutlich

Die Daten der Agrarmeteorologischen Wetterstation in Allmannsdorf zeigen deutlich, dass sich der Trend zum Klimawandel fortsetzt. Bis auf die Monate Februar und März waren alle Monate gegenüber dem langjährigen Mittel zu warm. Der Januar mit plus 4,27 °C und der April mit plus 4,71 °C waren die Monate, die am deutlichsten über dem langjährigen Schnitt lagen. Mit im Schnitt aller Monate plus 1,94 °C über dem langjährigen Mittel war das gesamte Jahr so warm wie noch nie seit der ersten Wetteraufzeichnungen. Alle Jahre seit 2008 waren im Vergleich zum langjährigen Mittel zu warm, wobei der Temperaturanstieg inzwischen im Schnitt der letzten zehn Jahre gut 1°C beträgt.

Seit 2003 waren auch weitgehend alle Jahre zu trocken. Das Niederschlagsdefizit betrug 2018 auf dem Quadratmeter 217 Liter. Nur Dank der reichlichen Niederschläge im Dezember mit fast 140 Liter pro Quadratmeter ist das Defizit nicht noch deutlicher ausgefallen. Für Sonnenanbeter oder den Besitzern von Solaranlagen war das gesamte Jahr überdurchschnittlich positiv. Nur die Monate Januar (Minus 38%) und Dezember (Minus 54 %) waren deutlich zu dunkel. Im Schnitt aller Monate hat die Sonne pro Monat um fast 15% mehr geschienen als es im Schnitt zu erwarten gewesen wäre. Am sonnigsten waren die Monate April (plus 42%), Oktober (plus 55 %) und der November (plus 47%).

Es war im Februar (minus 2°C) und März (minus 1,3 °C) etwas kälter als normal. Der Frost ist aber in dieser Zeit nur wenig in den Boden hineingegangen. In 5 cm Bodentiefe konnte nur an 32 Tagen Frost festgestellt werden, in 20 cm Bodentiefe gab es aber keinen einzigen Tag mit Frost. Dies hat natürlich Auswirkungen auf die Natur und Bewirtschaftung. Frost im Boden kann den Boden lockern (Frostgare). Dies ist immer dann besonders wünschenswert, wenn der Boden beispielsweise durch Bewirtschaftungsmaßnahmen verdichtet wurde. Eine Bodenlockerung durch den Frost ist aber leider nicht erfolgt. Der kurzfristige Frost im Boden konnte auch den Schnecken nichts anhaben. Die Trockenheit des Jahres hat dann aber bewirkt, dass die Schnecken 2018 trotzdem nicht die große Rolle gespielt haben.

Auf die Landwirtschaft hatte die Witterung dieses Jahres erhebliche Auswirkungen. Dabei waren aber die regionalen Unterschiede innerhalb der Gebiete ganz erheblich. Es war zwar überall zu trocken, aber einzelne Gewitterregen bevorzugten verschiedene Regionen stärker und andere deutlich weniger. Dabei ist auffallend, dass die früher oft so typischen Landregen weitgehend ausblieben. Für Niederschläge sorgten Gewitterregen, die meist sehr eng begrenzt für Niederschläge sorgten. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen im April, verbunden mit einer ausgeprägten Trockenheit führten dazu, die der erste Schnitt der Wiesen bereits Ende April erfolgte. Normalerweise beginnt die Silierung der intensiver genutzten Wiesen in der ersten oder zweiten Maiwoche. Durch die Trockenheit war der erste Schnitt nur mittel ertragreich. Der zweite Schnitt war dann durch die etwas höheren Niederschläge im Mai deutlich besser. Anschließend sorgte die starke Trockenheit bis in den Herbst hinein, dass nur noch der dritte Schnitt einigermaßen akzeptable Erträge brachte. Die weiteren beabsichtigten Schnitte auf den intensiv genutzten Wiesen fielen aus. Auch der Silomais litt unter der Trockenheit, so dass er das entstandene Futterloch nicht ausgleichen konnte. Dies galt auch für das Kleegras. Futtermischungen, die einen höheren Anteil an Knaulgras oder Luzerne enthielten, konnten wegen ihrer guten Trockenheitsverträglichkeit noch einigermaßen akzeptable Erträge bringen. Beide Pflanzenarten werden deshalb mit zunehmender Klimaänderung an Bedeutung gewinnen.

Wie immer bei extremer Witterung gab es Gewinner und Verlierer. Durch die Trockenheit spielten die Pilzkrankheiten im Getreide oder den Kartoffeln keine so große Rolle. Roggen, der die Trockenheit gut verträgt, bracht auch hohe Erträge, während Hafer beispielsweise unter der Trockenheit stark gelitten hat. Auch die Kartoffeln haben unter der Trockenheit stark gelitten. Es waren nicht nur die Erträge deutlich niedriger, auch die Knollengröße war beispielsweise für die Produktion von Pommes Frites sehr ungünstig.

Problematisch war durch die Trockenheit auch die Situation in den Wäldern. Die Fichte als derzeit noch bedeutender Waldbaum hat als typischer Flachwurzler sehr unter der Trockenheit gelitten. Durch diese Schwächung konnten die Borkenkäfer die Bäume so schädigen, dass Fichten reihenweise abgestorben sind. Die Landwirte waren den ganzen Sommer und Herbst damit beschäftigt, die geschädigten bzw. abgestorbenen Bäume aus dem Wald zu entfernen. Nur dadurch konnte eine noch schnellere Ausbreitung des Borkenkäfers vermieden werden. Für die befallenen Bäume erzielten die Landwirte deutlich schlechtere Marktpreise. Außerdem ist der Holzpreis durch den hohen Anfall an Bäumen stark gefallen.

Vielen Leuten ist durch den trockenen Sommer auch bewusstgeworden, dass eine geregelte Trinkwasserversorgung nicht immer eine Selbstverständlichkeit ist. So haben selbst im Bayerischen Wald einzelne Gemeinden aufgerufen, Wasser zu sparen. Besonders problematisch war es für Landwirte, die noch eine eigene Wasserversorgung haben. Einzelne Brunnen haben durch die Trockenheit kein Wasser mehr geliefert, so dass diese Landwirte Wasser von außerhalb besorgen mussten. Besonders für Landwirte mit einem großen Viehbestand war dies ein großes Problem.

Insgesamt hat das Jahr 2018 aber wieder deutlich gemacht, dass es durch die Wetteränderung, bedingt durch den Klimawandel mehr Verlierer als Gewinner gibt. Deshalb muss alles getan werden, diesem Klimawandel entgegen zu wirken. Dabei darf sich keiner auf die große Politik verlassen, sondern jeder kann in seinem eigenen Bereich dazu beitragen, dass der Klimawandel sich nicht noch stärker verschärft.

Ettl Josef, Allmannsdorf 23, 93468 Miltach

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